Türkei Mai 1997

Kapadokien

Patara ist einfach schön, nix für Touris hier kannst Du entspannen, einfach Urlaub machen. Hier gibt es 12 Kilometer Strand und fast keiner ist da, hier gibt es eine riesige Sanddüne, leider nix für die RS aber schön. 3 Tage Patara sind dann aber genug und wir wollten mehr. Mehr Türkei kennen lernen. So brachen wir unser Lager in Patara ab uns starteten nach Kapadokien. Kapadokien da müßt ihr hin, meinte Söhnke und da wollten wir auch hin.
Von Patara nach Kapadokien sind es gute 1000 Kilometer, wir aber haben Urlaub und so teilten wir den Weg in 2 Etappen auf. Die erste Etappe sollte entlang der Küste von Patara über Kas, Kale, Finike, Kumluca, Kemer und weiter nach Antalya und dann über Manaygat, Alanya nach Anamur führen. Anamur ist der fast südlichste Punkt der Türkei. Nur ein kleiner Ort "Yeditepe" südlich von Hatay ist etwas Südlicher. In der Umgebung von Anamur wachsen Bananen und die schmecken einfach toll. 
In jeder Kurve der sich hier um die Klippen windenden Landstraße stehen die Bananenhändler und irgendwann musst du mal anhalten und probieren. Die schmecken die Bananen.
Nach einem kleinem Stadtbummel und einem schönem Abendessen ging es dann auch gleich ins Bett, das Hotel am Rande der Stadt und vor dem letztem Fluss hatte uns Söhnke empfohlen und den Preis konnten wir auch noch nach unten verhandeln.  
Kleine Freunde auf dem Weg nach Kapadokien
unser kleines aber tolles Hotel mitten in Kapadokien
Am nächsten Tag lagen noch gut 800 Kilometer bis Kapadokien vor uns. Nix mit 1000 Kilometer von Patara nach Kapadokien, es waren wenigstens 1200.
Söhnke hatte uns geraten bis Silifke an der Küste entlang zufahren, eine tolle Straße erwartet uns da. Wir waren schnell von den sehr vielen Kurven Müde, Die RS voll beladen und noch mehr als 600 Kilometer vor uns, also Kräfte sparen dachten wir. Die Karte zeigte eine Straße von Aydincik nach Mut. Auf dieser Straße würden wir ca. 120 Kilometer sparen, also wählten wir diese. Toll eine kleine Straße voller Schlaglöscher und nur Bergauf Bergab. Verbogen ... einfach Toll und dann kurz vor Mut, eine Landschaft lag vor uns wie auf dem Mond, nur lauter Gold war auf den kleinen Berggipfeln. Toll hier machten wir eine kleine Pause, ein paar Gurken, Tomaten und etwas Paprika und ein frisches Brot und diese Aussicht!
Leider durfte auch diese Pause nicht alzulang dauern, viel eKilometer bis Kapadokien lagen noch vor uns.
eine Pause auf dem Weg nach Kapadokien Über Karaman, Erigli und dann aufgepasst, weiter in nördlicher Richtung (Aksaray) nach ca. 40 Kilometern rechts Abbigen nach Nigde. Von hier aus war der Weg wieder gut Ausgeschildert nach Nevsehir. Nevsehir  ist in etwa das Centrum vom Kapadokien. 
Von Nevsehir ging es dann noch ein paar Kilometer über Göreme zu einem kleinem Dorf in der nähe von Avanos. Hier hatte uns Söhnke ein Hotel genannt in dem wir Preiswert wohnen können. Diese Hotel nahmen wir nicht wir fanden 500 Meter ein viel schöneres, tolle Leute und eine familiäre Umgebung, genau das was wir suchten. 
Am abend hatten wir ein Gewitter und als dieses vorbei erschien über den vor uns liegenden Berg ein Regenbogen der den Berg in einen Goldberg verwandelte. Danach unterhielten wir uns bis spät in die Nacht mit unseren Gastgebern, auf Deutsch, Englisch, Französisch und Türkisch.
Am nächsten Morgen, wir haben Zeit. Also erst einmal Frühstück, wie immer in der Türkei mit Tomaten, Gurken, Oliven, Schafskäse, Honig und frischem Brot. 2 oder vielleicht auch 3 Tassen Kaffee, selber mitgebracht, lassen wir den Tag langsam beginnen. Dann wollen wir die Umgebung erkunden aber nicht wie die hier zwar wenigen Touris durch erwandern, nein wir fahren mit der RS. Ein Weg vom Dorf führt direkt in die Berge rings ums Dorf und wir fahren, langsam, wir wollen ja auch was sehen, ohne Helm und nur im T-Shirt. 
Wir fahren durch kleine Wege, durch Höhlen und warten vor einer Eidechse damit diese den Weg wieder frei gibt.
Wir erkunden die Höhlen und Kirchen die in den Berg gemeißelt sind per Fuß. Wir bestaunen die uhralten Malereien an den Wänden der Felswohnungen. Toll diese Kapadokien.
Irgendwo an einem Postkartenstand fanden wir ein Foto von einen kleinem Turm. Diesen Turm fanden wir dann auch abends beim Spaziergang durch das verlassene Dorf und ich machte ein Foto, diese, sieht aus wie auf der Postkarte. Nur dieser Turm ist in Wirklichkeit nur gerademall 30 cm Hoch! 
Den Abend verbrachten wir wieder mit unseren neuen Freunden, dem Hotelbesitzer und einem Onix Verkäufer, lange bis es schon wieder Hell wurde.
Nun am 3. Tag Kapadokien erkundeten wir wieder ohne Helm und nu im T-Schirt die Umgebung. Bei Göreme gibt es noch einige bewohnte Bergwohnungen. Eine Frau die wir zuvor auf dem Moped begegneten lud uns ein Ihre Wohnung anzusehen. Einfach aber schön und alles so sauber und kühl. 
Birgit fand gleich ihr Zuhause, am liebsten wäre sie gleich eingezogen. Da das aber nicht möglich war passte sie sich wenigstens der Umwelt an. Danach schlenderten wir noch durch ein, zwei Kirchen und schauten die tollen Bergwohnungen an bevor wir endlich nach Göreme auf den alten Burgberg fuhren.

Hier in Geröme ist ein Freilicht Museum und die Straße dort runter war so Steil das Birgit nicht mit fahren wollte. Sie wollte das lieber auf einem Foto festhalten. Auch wenn es nicht so aussieht es sind mehr als 18% Bergab.

5 Tage Kapadokien, 5 Tage Natur Pur, 5 Tage mit Freunden reden, 5 Tage Motorrad fahren ohne Helm und nur im T-Shirt und nun müssen wir weiter.
Einmal noch die schönen Blumen, die wir fanden und ans Hotel pflanzten ansehen und einmal noch am alten Vulkan Erciyes Dagi (über 4000 Meter Hoch) vorbei über Kayseri in Richtung Nemrut Dagi. Aufwidersehen Kapadokien.